
Am 12. Februar 2026 saß ich in der Air Canada Maple Leaf Lounge in Frankfurt (Terminal 1, Flugsteig B) und aktualisierte meine Effizienz-Tabelle für das laufende Quartal. Während ich auf meinen Flug nach Singapur wartete, fiel mir eine Verschiebung der Kapitalrendite meiner eingesetzten Kreditkarten um 0,8 % auf. Seit meinem schmerzhaften Verlust des Senator-Status im Jahr 2017 betrachte ich Meilen nicht mehr als Treue-Geschenk, sondern als Asset-Klasse.
Transparenzhinweis: Einige Links in diesem Bericht sind Affiliate-Links. Wenn du darüber kaufst, erhalte ich eine Provision – für dich entstehen keine Mehrkosten. Ich verlinke ausschließlich Programme und Kurse wie die Priority Meilen MasterClass, die ich für mein eigenes Portfolio-Management nutze und selbst bezahlt habe.
Die Ausgangslage: Systematik statt Hoffnung
Wer Meilen sammelt, ohne die Cent-pro-Meile-Werte (cpm) zu kennen, betreibt Glücksspiel. In meiner Datenbank führe ich aktuell Konten bei Miles & More, ANA, KrisFlyer und Avios. Die Kernfrage für 2024 lautet: Welches Plastik generiert bei einem Jahresumsatz von 40.000 EUR die höchste Nettorendite? Die Amex Platinum und die Miles & More Gold sind die Platzhirsche, doch sie erfüllen völlig unterschiedliche Funktionen in einem diversifizierten Portfolio.
Zuletzt habe ich am 15. Januar 2026 eine FRA-SFO Buchung in der Business Class für 105.000 Meilen plus Gebühren realisiert. Bei einem Cash-Preis von 3.400 EUR entsprach dies einem Wert von ca. 2,8 Cent pro Meile. Solche Rechnungen sind die Basis für den folgenden Vergleich.
Vergleichsmatrix: ROI bei 40.000 EUR Jahresumsatz
| Metrik | Amex Platinum (mit Turbo) | Miles & More Gold |
|---|---|---|
| Jahresgebühr | 720 EUR | 138 EUR |
| Generierte Punkte/Meilen | 60.000 MR Points | 20.000 Meilen |
| Transfer-Ratio zu Airlines | 5:4 (48.000 Meilen) | 1:1 (Direktgutschrift) |
| Konservativer Wert (EUR) | 960 EUR (bei 0,02 €/Meile) | 300 EUR (bei 0,015 €/Meile) |
| Netto ROI (nur Punkte) | 240 EUR | 162 EUR |
Amex Platinum: Der Yield-Generator
Die Amex Platinum ist für mich das Instrument für maximale Flexibilität. Durch den Amex Rewards Turbo (15 EUR/Jahr) erhalte ich 1,5 Punkte pro Euro. Die 60.000 Punkte aus meinem 40.000 EUR Baseline-Szenario lassen sich zu 12+ Partnern transferieren. Das ist entscheidend, wenn Miles & More wieder einmal die Verfügbarkeiten für Sweet Spots einschränkt.
Ein Beispiel aus der Praxis: Im März 2026 versuchte ich, eine A380 Suite 2A nach Singapur über KrisFlyer zu buchen. Während die direkte Buchung bei Singapore Airlines über Amex-Transfer möglich gewesen wäre, bot Miles & More in diesem Zeitraum keinerlei Partner-Verfügbarkeiten für diesen spezifischen Typ an. Die Amex Platinum ermöglicht es mir, dorthin zu gehen, wo der cpm-Wert am höchsten ist. Wer tiefer in diese Materie einsteigen will, findet in der Priority Meilen MasterClass die exakten mathematischen Modelle dafür.
Miles & More Gold: Die Utility-Card
Meine Daten der letzten acht Jahre zeigen: Die Miles & More Gold hat sich von einer Sammel-Karte zu einer reinen Utility-Karte gewandelt. Der primäre Wert liegt nicht im Sammeln (0,5 Meilen pro 1 EUR ist bei 40k Umsatz schlicht zu wenig), sondern im Stoppen des Meilenverfalls. Für einen Senator-Absteiger wie mich ist das die Versicherungspolice für das Restguthaben.
Wer ausschließlich auf Miles & More setzt, erleidet einen Opportunitätsverlust. In meiner Portfolio-Analyse 2026: Miles & More, ANA und KrisFlyer im harten Zahlenvergleich habe ich detailliert aufgeschlüsselt, warum die starre Bindung an eine Allianz die Rendite drückt. Die Miles & More Gold ist das Sicherheitsnetz, die Amex Platinum ist das Skalpell für Präzisionsbuchungen.
Tradeoff-Analyse: Flexibilität vs. Direkterwerb
Der entscheidende Tradeoff liegt im Transferverlust. Bei Amex verliert man rechnerisch 20 % der Punkte beim Transfer (5:4). Dennoch schlägt die Amex Platinum die M&M Gold beim Netto ROI, da die Sammelrate (1,5 vs 0,5) diesen Verlust mehr als kompensiert. Wer jedoch nur kleine Beträge umsetzt und keine Lust auf das Management von Transferpartnern hat, fährt mit der M&M Gold stressfreier, nimmt aber eine geringere Rendite in Kauf.
Für Einsteiger, die erst einmal ein Gefühl für die Materie bekommen wollen, ohne 720 EUR Jahresgebühr zu riskieren, bietet der Meilen Master einen soliden Einstieg in die Grundlagen, auch wenn die Strategien dort weniger komplex sind als in der MasterClass.
Fazit für das Portfolio 2024
Nach 14 Wochen intensiver Nachverfolgung meiner Ausgaben von Januar bis April 2026 steht fest: Die Kombination macht den Unterschied. Ich nutze die Amex Platinum für 90 % meiner Umsätze, um den hohen Yield der Membership Rewards abzugreifen. Die Miles & More Gold halte ich lediglich, um mein Meilenkonto gegen Verfall abzusichern und für die gelegentlichen Überweisungen via Revolut, sofern diese noch bemeilt werden.
Wer Meilen sammeln als Investment versteht, darf nicht auf das Marketing der Banken hören. Man muss die Cent-pro-Meile-Werte exakt gegen die Jahresgebühren aufrechnen. Wenn Sie bereit sind, das Hoffen auf Upgrades durch systematisches Kalkulieren zu ersetzen, empfehle ich den strukturierten Ansatz der Priority Meilen MasterClass. Es ist der Unterschied zwischen einem Amateur-Sammler und einem Meilen-Strategen.